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Die Orgel von Ihringen ist etwas besonderes. Sie wurde 1878 von der Firma Schäfer aus Heilbronn erbaut und als eine romantische Kegelladeorgel gestaltet.

Kegelladen wurden nur in den 70er und 80er des 19. Jahrhundert gebaut. Im Zuge der damaligen Industrialisierung und der damit verbundenen neuen Produktionsweisen, versuchten die Orgelbauer mit Wellen und Rundbewegungen die Orgelsteuerung neu zu gestalten. Der konstruktive Schwachpunkt lag jedoch im schwierigen Abdichten der Kegelventile. Darum gingen die Orgelbauer, nach einer Zeit des Expermientierens, auch wieder auf die alte Technik der Schleifenladen zurück. Die Ihringer Orgel ist als Kegelladenorgel somit, neben ihre besondern romantischen Stimmung, ein seltenes "Technikdenkmal" der Orgelbaukunst.

Die Orgel hat zwei Manuale und ein Pedal mit insgesamt 25 Registern. Sie ist dazu eine der wenigen Orgeln, an denen der Organist während des Spielens zum Altar blicken kann, was durch eine komplexe Mechanik des Spieltischs und der Pedale verwirklicht wurde. Aus diesem Grund sind die Tasten auch etwas schwerer zu bedienen, als bei einer "gewöhnlichen" Orgel.

Sehenswert ist auch das wuchtige, klassizistischen Gehäuse (Prospekt) unserer  Orgel. 

Und hier noch eine letzte Besonderheit : Unsere "alte Dame" ist manchmal selbst kreativ. In der Heizperiode reagiert sie immer wieder etwas eigenwillig auf äußere Einflüsse (Luftfeuchtigkeit, Wetter, etc). Und manchmal gibt sie dann Töne von sich, die man gar nicht in ihr vermutet. Unsere Organistinnen können aber damit in aller Regel umgehen ...