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Einen verstorbenen Menschen in Würde zu bestatten, ist der letzte Dienst der Liebe, den wir Lebende einem Verstorbenen noch schenken können. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Bestattung helfen wir Ihnen gerne als Kirchengemeinde mit unserer Erfahrung.

Jedoch ist es nicht erst im Fall des eingetretenen Todes sinnvoll, über Bestattung und Abschied nachzudenken.  Schon vorher ist es gut, sich persönlich zu informieren und Gedanken darüber zu machen.  Weiter ist wichtig mit Familienmitgliedern oder Vertrauenspersonen darüber zu sprechen, wie die eigene letzte Wegstrecke und dann die Bestattung gestaltet werden sollen. Auch dazu möchte dieser Menüpunkt helfen und anregen.

 

Erste Schritte im Trauerfall

1. Arzt verständigen (Hausarzt oder Bereitschaftsdienst, nicht Notarzt)

Nach der Leichenschau wird eine Bescheinigung ausgestellt, mit der der Todesfall beim zuständigen Standesamt (Sterbeort!) angezeigt wird. Dort erhalten Sie dann die Sterbeurkunden.

2. Austausch in der Familie

Es gilt zu klären: Wer informiert Familie, Verwandte, Bekannte? * Soll die Aufbahrung Zuhause oder in der Leichenhalle sein? (eine Aufbahrung Zuhause ist für die ersten 36 Stunden erlaubt, mit ärztlichem Placet und Genehmigung auch länger) * Welche Bestattungsart hat der/die Verstorbene selbst gewünscht? -  Hat er/sie sich vorab dazu geäußert oder etwas aufgeschrieben, gar die Bestattung punktuell vorbereitet? * Welche Bestattungsart sehen wir als die richtige an? * Gibt es familiäre Terminwünsche oder Notwendigkeiten? * Wer informiert den Pfarrer? * Welches Bestattungsunternehmen wählen wir? * Todesanzeige in der Zeitung?  * Sargträger? * Blumen? *  Wer kümmert sich um was? * Was soll der Bestatter übernehmen?

Die folgenden Punkte können in beliebiger Reihenfolge angegangen werden und greifen in Teilen ineinander.

3. Anzeigen des Todesfalles beim Rathaus

Hier wird das Grab ausgewählt und eventuell die Sterbeurkunde empfangen. Ist Ihringen nicht der Sterbeort dann siehe auch unter "6".

Auf dem Ihringer Friedhof gibt es für die Erdbestattung: Reihengräber (Einzelgräber), Wahlgräber (Doppelgräber), Wiesengräber (keine Grabpflege nötig), Gärtner - gepflegte - Gräber.                                                                                                                                  - für die Urnenbestattung: Urnengräber, Urnenwiesengräber (keine Grabpflege nötig), Urnenmauer, anonymes Gräberfeld

4. Kontaktaufnahme mit dem Pfarramt

Terminabsprache  des Trauergottesdienstes, Terminfindung für das Trauergespräch, Läuten der Auferstehungsglocke und Aushang, ist eine Aussegnung  zuhause gewünscht?

5. Kontaktaufnahme mit einem Bestatter ihrer Wahl

Überführung,  Sarglieferung, einsargen des/der Verstorbenen  und weitere Leistungen, wie von Ihnen gewünscht

6. Anzeigen des Todesfalls beim zuständigen Standesamt (falls Ihringen nicht der Sterbeort ist)

Dies muss am auf den Todestag folgenden Werktag geschehen und kann an das ausgewählte Bestattungsunternehmen delegiert werden.

7. Eventuell Kontaktaufnahme mit Vereinen, Jahrgang oder (ehemaligem) Arbeitgeber

So haben diese die Möglichkeit sich an der Trauerfeier zu beteiligen, oder schlicht anwesend zu sein.

 

 

Gestaltung des Trauergottesdienstes

Die Bestattung wird in unserer Evangelischen Kirchengemeinde nach einer altehrwürdigen Ordnung (Liturgie) vollzogen. Der Trauergottesdienst findet in der Kirche statt. Dies kann mit Sarg, oder Urne geschehen.

Am Ende des Gottesdienstes wird der Sarg oder die Urne auf den Friedhof gebracht und bestattet, oder wir verabschieden uns vom stehenden Sarg in der Kirche, wenn eine spätere Einäscherung vorgesehen ist.

Im Trauergottesdienst haben Lieder aus dem Gesangbuch, Gebete, Lebenslauf und Trauerpredigt ihren festen Platz. Auch sind persönliche Worte von Familienmitgliedern oder sog. Nachrufe von Vereinen, Freunden, Kollegen, Jahrgängen, etc.  gerne möglich.

Im Trauergespräch versuchen wir einen Lebenslauf aufzuschreiben. Dieser soll das Leben des/der Verstorbenen würdigen und uns zum Gedenken anregen. Schön ist es immer wieder, wenn Verstorbene ihren Lebenslauf schon zu Lebzeiten verfasst, gar Lieder und Predigttext ausgesucht  haben. Dadurch bekommt der Trauergottedienst eine besondere Autentizität und persönliche Note.

Vielen Familien tut es auch einfach gut, in der Trauerphase gemeinsam einen Lebenslauf zu erarbeiten. Im gegenseitigen Erzählen und Teilen von Erinnerungen ruht oft ein ungeahnter Schatz, der so für alle ans Tageslicht gehoben wird. Dies kann auch längere Zeit in Anspruch nehmen und geht dann natürlich über das Trauergespräch hinaus.

 

Stichwort Kinder und Bestattung

Sind Kinder von einem Trauerfall mit betroffen, sollten wir Erwachsene ihnen ermöglichen, ihre eigenen Erfahrungen mit Sterben und Tod zu machen. Wichtig ist das offene Reden über den Todesfall und das Anbieten von Möglichkeiten zur eigenen Entscheidung des Kindes. Kinder wissen in der Regel sehr genau, was sie möchten, oder finden es meist schnell heraus.

Fragen Sie einfach z.B.:

"Willst Du Oma noch einmal sehen?"  - "Willst Du die Hand von Opa noch einmal streicheln und fühlen, wie sie sich kühl anfühlt?" - "Willst Du mit zur Beerdigung oder mit auf den Friedhof gehen?" - "Willst Du ein Bild für Opa malen? Sollen wir es in den Sarg legen?" ...

 

Lassen Sie Fragen zu. Wenn Sie keine Antworten haben, dann sagen Sie das offen.  Äußern Sie auch ihre eigene Trauer.

Es ist wichtig, dass wir Erwachsenen nicht gutgemeint  unsere Kinder "beschützen" wollen, ohne zu bemerken, dass wir leider oft unsere eigenen Ängste oder Unsicherheiten übertragen. Gehen Sie lieber offen mit Kindern um und ermöglichen Sie ihnen eigenes Erleben. Geben Sie ihnen dabei Sicherheit durch ihre Begleitung und Nähe!

 

Gerne helfen wir Ihnen hier auch weiter, wenn sie Fragen haben.